Am liebsten esse ich Waffeln blind“, sagt der Geschäftsführer der Cloer Elektrogeräte GmbH Achim Cloer mit einem Lächeln im Gesicht. „Blind heißt: Ich weiß nicht, in welchem Gerät die Waffeln gebacken wurden, wenn ich sie esse.“

Bis zu drei Mal im Monat testet der Chef Waffeln und damit gleichzeitig die Qualität der Cloer-Waffeleisen. Wichtig ist es, dass wegen der Vergleichbarkeit immer das selbe Rezept genommen wird -das hauseigene Rezept, das es schon gibt, seit Achim Cloer ein kleines Kind war.

Mit Hilfe ihres Chefs finden die Cloer-Entwickler so heraus, wie die Geräte weiter entwickelt werden können. „Wir haben zB. über Jahre an einer zuckerresistenten Beschichtung getüftelt. Wenn kontinuierlich große Mengen Waffeln gebacken werden, sammeln sich Zuckerreste an. Mit der Beschichtung, die wir entwickelt haben, passiert das nicht mehr“, erzählt Achim Cloer. Am Beispiel der Waffeleisen 1621 und 1631 lässt sich auch gut verdeutlichen, wie sich das Nachfolgemodell vom Vorgänger unterscheidet. Beide Waffeleisen haben mit dem großen schwarzen Bügel, der das Gerät umschließt, das typische wiedererkennbare Cloer-Design, aber an dem Gerät 1631 lässt sich zB. das Kabel besser verstauen.

Die Produktpalette des Bergheimer Unternehmens, das in China und Hongkong produziert, reicht von Toastern und Kaffeemaschinen über Wasserkocher bis hin zu Barbecue-Grills. Das wichtigste Standbein ist nach Cloer-Angaben aber der Verkauf von Waffeleisen an Fachhändler und Großmärkte.

Das Familienunternehmen wurde 1898 als Schmiede gegründet. An dem Standort in der Burgstraße in Neheim entstand Anfang des 20. Jahrhunderts dann die „Caspar Cloer Fabrik für elektronische Heiz- und Kochgeräte“, die vor allem Bügeleisen herstellte. 1940 wurde bei der neuesten Cloer-Entwicklung, dem Waffeleisen, auf die bewährte Technik des Bügeleisens zurück gegriffen. Denn ein Waffeleisen ist genau genommen nichts anderes als zwei aufeinander stehende Bügeleisen.

1981 zog das Unternehmen in das Industriegebiet Bergheim um. Dort befindet sich heute auch ein Werksverkauf. „Das ist ein Lagerverkauf ohne großartigen Showroom, aber wir haben gemerkt, dass unsere Kunden so einen Werksverkauf wollen“, erzählt Achim Cloer, der
die Firma mittlerweile in vierter Generation leitet.

Der 49jährige hat das Unternehmen vor allem digital gut aufgestellt. „Bei uns gibt es keine Aktenordner und kein Papier mehr. Meine letzte hausinterne E-Mail habe ich im März 2017 bekommen“, schmunzelt er. „Knicken, lochen, abheften gehören der Vergangenheit an. Bei uns läuft alles über eine hausinterne Plattform. Dadurch hat jeder auf alles Zugriff. Also kann sich jeder Mitarbeiter schnell in alle Abläufe einarbeiten.“

35 Mitarbeiter beschäftigt Cloer zur Zeit am Standort in Bergheim und legt dabei großen Wert auf Ausbildung: „Bei uns werden die Azubis nach der Lehre übernommen. Wir sorgen so selbst für unsere Facharbeiter von morgen“, erzählt der Geschäftsführer.

Text: Nicole Collas www.woll-magazin.de Fotos: Cloer Elektrogeräte GmbH